Wenn Sie Altersvorsorge, Geldanlage, Versicherungen oder eine Immobilie selbst planen, halten Sie zuerst fest, wie viel Geld hereinkommt und ausgeht, welches Vermögen und welche Schulden Sie haben und welche Ziele Sie verfolgen. So können Sie beurteilen, welche Produkte und Verträge zu Ihrer Lage passen.
Planen Sie Ihre Finanzen und Ihren Versicherungsschutz zusammen. Erfassen Sie zuerst Ihre finanzielle Lage. Legen Sie dann fest, welche Risiken Sie absichern und welche Ziele Sie verfolgen. Vergleichen Sie anschließend passende Lösungen. Prüfen Sie regelmäßig, ob sie noch zu Ihrer Situation passen.
Finanzen im Überblick erfassen
Die BaFin empfiehlt, bei Geldanlagen Vermögen und Schulden aufzuschreiben. Dazu zählen Guthaben, Wertpapiere, Immobilien, Kredite und bestehende Vorsorgeverträge. Eine einfache Übersicht reicht für den Anfang:
| Bereich | Was Sie zusammentragen |
|---|---|
| Einnahmen und Ausgaben | Regelmäßige Einnahmen, feste Kosten und variable Ausgaben |
| Vermögen | Konten, Sparguthaben, Depots, Immobilien und Vorsorgeverträge |
| Schulden | Ratenkredite, Immobilienfinanzierungen und weitere Verbindlichkeiten |
| Absicherung | Versicherungsverträge, versicherte Personen und abgedeckte Risiken |
| Ziele | Zweck des Geldes und Zeitpunkt, zu dem Sie es benötigen |
Ein Haushaltsbuch oder eine Tabelle macht sichtbar, wie viel Geld nach den laufenden Kosten übrig bleibt. Prüfen Sie außerdem Ihre Vertragsunterlagen: Halten Sie Versicherer und Vertragsnummer sowie versicherte Personen und wichtige Termine fest. Bewahren Sie aktuelle Vertragsfassungen so auf, dass Sie sie im Schadenfall schnell finden. Für manche steuerlichen und rechtlichen Unterlagen gelten besondere Aufbewahrungsregeln. Deshalb gilt nicht für jedes Dokument dieselbe Frist.
Finanzziele nach Zeithorizont ordnen
Wann Sie das Geld brauchen, beeinflusst, welche Anlage zu Ihnen passt. Geld für ein absehbares Vorhaben sollte verfügbar sein, während langfristige Vorsorge mehr Schwankungen aushalten kann. Teilen Sie Ihre Ziele deshalb in kurz-, mittel- und langfristige Vorhaben ein und notieren Sie jeweils, wie wichtig ein schneller Zugriff ist.
Bei Geldanlagen müssen Sie meist zwischen Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite abwägen, denn keine Anlage bietet alle drei zugleich in größtmöglichem Maß. Fragen Sie sich vor einer Entscheidung: Wann brauche ich das Geld? Welchen Verlust könnte ich finanziell verkraften? Und würde mich ein vorübergehender Rückgang so beunruhigen, dass ich im ungünstigen Moment verkaufe? Die Antworten helfen, Anlageformen einzugrenzen, bevor Sie einzelne Produkte vergleichen.
Versicherungen nach finanziellen Folgen auswählen
Versichern Sie zuerst Risiken, deren Folgen Ihre finanzielle Existenz gefährden würden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Versicherungsschutz an die eigene Lebenssituation anzupassen. Vergleichen Sie bei Angeboten neben dem Preis auch die Leistungen, Ausschlüsse und Kündigungsmöglichkeiten. Schäden, die Sie selbst bezahlen können, müssen Sie nicht automatisch versichern.
Prüfen Sie Ihre bestehenden Versicherungsverträge einzeln. Prüfen Sie, wer versichert ist, welche Ereignisse der Vertrag abdeckt und welche Grenzen oder Ausschlüsse gelten. Ein niedriger Beitrag sagt wenig darüber aus, wie gut Sie geschützt sind, wenn der Vertrag wichtige Schäden nicht abdeckt. Holen Sie bei Bedarf mehrere Angebote ein und vergleichen Sie denselben Leistungsumfang. So vermeiden Sie, für Leistungen zu zahlen, die Sie nicht brauchen, während ein wichtiges Risiko offenbleibt.
Geldanlagen nach Ziel und Risiko auswählen
Einlagen, Wertpapiere, Fonds und Immobilien erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Wählen Sie eine Anlage nach Ziel, Zeithorizont, Verfügbarkeit und möglichem Verlust aus. Höhere Renditechancen gehen grundsätzlich mit höheren Verlustrisiken einher. Prüfen Sie daher, ob Sie nachvollziehen können, wodurch ein Produkt Gewinne erzielen soll und unter welchen Bedingungen Sie Geld verlieren.
Streuung heißt, Ihr Geld auf verschiedene Anlagen zu verteilen, statt es in nur eine Anlage zu stecken. Fonds und Indexfonds bündeln verschiedene Anlagen und können dadurch eine breitere Streuung bieten. Sie schließen Verluste jedoch nicht aus. Auch eine Genehmigung durch die BaFin belegt für sich genommen weder die Qualität eines Produkts noch die Seriosität eines Anbieters.
Vergleichen Sie vor einem Abschluss Kosten, Risiken, Laufzeit und Kündigungsbedingungen. Lassen Sie sich nicht zu einer schnellen Entscheidung drängen. Wenn Sie ein Produkt nicht verstehen oder die Folgen eines Verlusts nicht einschätzen können, sollten Sie vor dem Abschluss unabhängigen Rat einholen.
Altersvorsorge konkret prüfen
Für den Einstieg in die Altersvorsorge sammeln Sie zunächst alle Unterlagen dazu, welche Renten- und Vorsorgeleistungen Ihnen zustehen und welche Verträge Sie haben. Dazu gehören Informationen zur gesetzlichen Rente, eine mögliche betriebliche Altersversorgung und private Vorsorgeverträge. Notieren Sie, welche Leistungen die Unterlagen ausweisen und auf welchen Annahmen sie beruhen.
Vergleichen Sie diese Angaben mit dem Einkommen, das Sie im Ruhestand voraussichtlich benötigen. Die Unterlagen geben einen Anhaltspunkt. Sie garantieren aber nicht, wie viel Sie später tatsächlich erhalten. Prüfen Sie deshalb auch, ob Beiträge dauerhaft in Ihr Budget passen und welche Bedingungen für Änderungen oder eine vorzeitige Beendigung gelten. Förder- und Steuerregeln hängen vom Vertrag und der persönlichen Situation ab; verlassen Sie sich bei solchen Details auf aktuelle offizielle Informationen oder qualifizierte Beratung.
Immobilienkosten und Risiken berechnen
Eine selbst genutzte Immobilie, eine vermietete Wohnung und ein Immobilienfonds sind unterschiedliche Entscheidungen. Beim Kauf eines Objekts binden Sie einen großen Teil Ihres Vermögens an einen Standort und müssen die Finanzierung sowie laufende Kosten tragen. Eine Immobilie ist daher keine automatische Garantie für eine krisenfeste Vorsorge.
Berücksichtigen Sie vor dem Kauf in Ihrem Budget die Finanzierung, zusätzliche Kaufkosten, Instandhaltung und mögliche Mietausfälle. Prüfen Sie auch, wie viel Geld danach noch für andere Ziele verfügbar bleibt. Bei einem Immobilienfonds oder einem anderen Wertpapier gelten wiederum eigene Kosten und Risiken. Vergleichen Sie die Anlage deshalb mit anderen Möglichkeiten, statt Immobilien pauschal als sichere oder renditestarke Lösung einzuordnen.
Vorsorge bei selbstständiger Arbeit planen
Bei selbstständiger Arbeit hängen private Einnahmen oft stärker vom Geschäft ab. Planen Sie private Ausgaben, betriebliche Verpflichtungen und Vorsorge getrennt. Prüfen Sie, ob Sie Ihre Vorsorgebeiträge auch bei schwankendem Einkommen dauerhaft zahlen können. Steuerliche und rechtliche Folgen hängen von der konkreten Tätigkeit und Unternehmensform ab. Klären Sie solche Fragen mit einer dafür qualifizierten Fachperson, bevor Sie einen Vertrag oder eine Finanzierung abschließen.
Finanzplan regelmäßig prüfen
Ein Finanzplan hilft nur, wenn er zu Ihrer aktuellen Lage passt. Prüfen Sie Ihre Übersicht, wenn sich Einkommen, Schulden, familiäre Situation oder Ziele ändern. Überarbeiten Sie auch Versicherungen und Vorsorgeverträge, wenn sich dadurch der Bedarf verschiebt.
Bei Geldanlagen führt eine kurzfristige Marktbewegung nicht automatisch zu einer sinnvollen Änderung. Ein vorzeitiger Wechsel kann Kosten oder andere Nachteile verursachen. Überprüfen Sie daher zuerst, ob sich Ihr Ziel oder Ihr Anlagehorizont geändert hat. Ältere Beiträge zu Zinsen, Steuern, Förderungen oder einzelnen Produkten sollten Sie vor einer Entscheidung auf Aktualität prüfen.