Ein eigenes Geschäft gründen – ohne Businessplan geht gar nichts

Ladenlokal anmieten, Waren einkaufen, Regale einräumen, und schon geht der Verkauf los? Ganz so einfach ist die Eröffnung eines eigenen Geschäfts nicht. Es müssen durchaus einige Voraussetzungen erfüllt sein, damit es sowohl finanziell als auch logistisch funktioniert. Die gute Idee alleine ist da bei weitem nicht genug.

Branchenkenntnis, Kontakte, Ideen und Kapital

Bevor es überhaupt an die rechtlichen Implikationen geht, die mit der Eröffnung eines Geschäfts verbunden sind, muss die Geschäftsidee hieb- und stichfest sein. Eine zündende Idee, eine entdeckte Nische alleine sind der Startpunkt. Wer ein Geschäft eröffnen will, sollte idealerweise aus der Branche sein und sich auskennen. Es gibt zwar durchaus Beispiele, dass jemand aus einer komplett fremden Branche ein erfolgreiches Verkaufsunternehmen gründen konnte. Aber meist standen einflussreiche Geldgeber hinter dieser Person und sie hatte die entsprechenden Kontakte in die Branche. Und das sind auch schon die wichtigsten Voraussetzungen: Die Branche und ihre Arbeitsmechanismen müssen bekannt sein. Die wichtigsten Kontakte müssen noch vor Beginn der Geschäftstätigkeit geknüpft sein, und natürlich muss das Startkapital ausreichen.

Woher kommt das Kapital?

Die wenigsten Menschen haben ausreichend Startkapital, um ein eigenes Geschäft zu gründen. Es kommen immerhin einige Kosten auf einen Gründer oder eine Gründerin zu. Neben der Miete für das Ladenlokal oder ein Büro (im Fall eines reinen Online-Handels) müssen Rechnungen für Mobiliar, Strom, Wasser, eventuell Personal und vor allem Warenlieferungen beglichen werden. Außerdem muss der eigene Lebensunterhalt gesichert sein, Ladengründer/-innen müssen schließlich von irgendetwas leben. Zur Finanzierung der Selbständigkeit gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Geschäftsgründung als Nebentätigkeit: Das Kapital kommt aus der eigentlichen Hauptbeschäftigung
  • finanzielle Unterstützung von Freunden, Partner/-in und/oder Familie
  • Bankkredite
  • staatliche Förderung
  • Crowdinvesting
  • Großinvestoren fernab von Banken und Kreditinstituten

Mischmodelle

Die Finanzierung des Geschäfts klappt selten mit nur einer der genannten Möglichkeiten. Das Gros der Läden wird gemischt finanziert: Ein Teil des Geldes ist Eigenkapital, ein Teil kommt aus staatlicher Förderung, Freunde und Bekannte schießen etwas zu, und der Rest kommt aus Krediten. Damit aber das Geschäft finanziell wirklich auf festen Füßen steht und wirklich Erfolg verspricht, sollte von Anfang an ein Businessplan vorhanden sein. Dieser Plan hält die wichtigsten Schritte von der Idee bis zu den ersten gewinnbringenden Geschäftsjahren fest, geht also weit über die Gründungsphase hinaus.

Der Businessplan gibt Orientierung und zeigt Perspektiven

Der erste Zweck, den der Businessplan erfüllt, liegt im Lernen. Denn um den Plan zu erstellen, müssen Branchenkenntnisse vorhanden sein. Im Plan ist alles festgehalten: Was wann in welcher Höhe und durch welche Gelder finanziert wird. Welche Kenntnisse und Fähigkeiten wann gebraucht werden. In welchem zeitlichen Rahmen was erledigt werden muss. Wie die Logistik aufgebaut ist. Welche Kontakte mit welchen Rahmenbedingungen mitwirken. Es ist der Fahrplan, nach dem sich das neue Geschäft entwickeln und dann auch funktionieren soll.

Fundierte betriebswirtschaftliche Fähigkeiten sind von Vorteil

Einfach mal ein paar Verträge abschließen und dann loslegen ist nicht erfolgsvorsprechend. Vor allem ist dieses Vorgehen nicht mit Anfragen um Kredite und Investitionen vereinbar. Denn wer Geld in ein neues Geschäft investiert, will dieses Geld irgendwann wiederhaben. Und es wird nur investiert, wenn die Geschäftsidee erfolgsvorsprechend ist. der Businessplan, der nach vorgegebenen Richtlinien und über einen Zeitraum von mehreren Jahren alle kleinen und große Ziele festhält, alle nötigen Gelder sorgfältig kalkuliert und realistische Gewinne errechnet, ist das beste Argument für einen Kredit oder einen Sponsor. Um den Businessplan wirklich hieb- und stichfest erstellen zu können, sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse nötig. Allerdings kann sich die jeder selbst aneignen, es gibt ausreichend Tutorials in guter Qualität im Internet sowie zahlreiche (kostenpflichtige) Ratgeberliteratur.

Das gehört in den Businessplan

Vorlagen für den Businessplan gibt es online. Die vorgefertigten Papiere geben schon eine grobe Idee, was in den Plan alles hinein muss und lassen sich recht einfach und schnell ausfüllen. Digitale Vorlagen sind heutzutage üblich, es geht also nur im übertragenen Sinn um Papiere. Und das muss unbedingt hinein:

  • eine Markt- und Wettbewerbsanalyse
  • die Unternehmensziele
  • die Unternehmensstrategie
  • das Marketing beziehungsweise der Marketingmix
  • das Gründerteam und die Manager/-innen
  • der Finanzplan

Businessplan-Beispiele aus allen möglichen Branchen sind online einsehbar und helfen dabei, den eigenen Plan zu erstellen. Und letzten Endes kommt der Plan bei allem Nutzung gegenüber Banken und andren Geldgebern auch den Gründern und Gründerinnen zugute: Er vereinfacht die Kontrolle, ob man mit der eigenen Arbeit ungefähr im Zeitplan ist, vereinfacht die Übersicht über alle involvierten Parteien und Vorgänge und fungiert sogar als Frühalarm, wenn sich das Geschäft nicht nach Plan entwickelt.

Bild: bigstockphoto.com / Khatuna

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